DER ROBOTERHUND ALS STUDIENOBJEKT
Die Uni Salzburg zum Anfassen
Zum vierten Mal präsentierte sich die Universität Salzburg mit „UNIhautnah“ im EUROPARK. Gezeigt wurde, wie originell und spannend Forschung sein kann. Denn Forschungserkenntnisse haben längst unseren Alltag erobert.
Der Roboterhund „Aibo“, ein Kinderzimmer als Designstudio, eine Brille mit integrierter Kamera – das alles konnte man bei den vierten „UNIhautnah“- Tagen im EUROPARK am Stand des Instituts für Kommunikationstechnologie und Gesellschaft der Universität Salzburg erleben. Mutige Passanten schlüpften sogar in die Rolle einer Versuchsperson und tauchten in die interaktive Welt ein. Das Institut ist Schnittstelle zwischen Kommunikationswissenschaft und Informatik und entwickelt Konzepte und Anwendungen für alle Bereiche, in denen der Mensch auf Technik trifft und sie zu beherrschen versucht. Studieren kann an diesem Institut jeder, der sich auf dieses Gebiet spezialisieren möchte. PublizistInnen, InformatikerInnen oder AnglistInnen verschaffen sich auf diese Weise Forschungserfahrung mit praktischem Touch und damit eine gute Basis für den späteren Traumjob, zum Beispiel als DesignerIn von Computerspielen. „Realitätsfern und theoretisch“ – dieses Bild von Universitätsstudien hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Vor allem im technischen Bereich geht ohne Berufsorientierung nichts mehr. Beispiel Bioinformatik. Angesiedelt im Fachbereich „Molekulare Biologie“ an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, verbindet dieses Forschungsgebiet Themen wie Informatik, Mathematik und Statistik mit Lebenswissenschaften wie Biologie oder Biotechnologie. Gerade Letzteres ist eine boomende Branche. Sie wird von der öffentlichen Hand gezielt unterstützt. Die Zahl der Unternehmensgründungen zeigt steil nach oben, die Jobchancen bei Pharmaforschung, Medikamentenentwicklung oder im Pflanzenschutz wachsen.
Software für Satelliten
„Embedded Control Systems“ – auf sie ist der Fokus des „Embedded Software & Systems Research Centers“ an der Universität Salzburg gerichtet. So kompliziert und übertechnisiert das klingen mag, in einem Mittelklassewagen sind mehr als 40 elektronische Steuergeräte (Embedded Control Systems) verbaut, die vernetzt agieren. Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft suchen Fachleute, die mit dieser Technologie vertraut sind und wissen, wie man Computer in Alltagsgegenstände einbaut. Das Spektrum reicht von Mobiltelefonen über medizinische Geräte bis zu Satelliten.
Das Wissen darüber bekommt, wer sich an der Universität Salzburg für Computerwissenschaften entscheidet. In den ersten sechs Semestern erfahren die StudentInnen alles Nötige, unter anderem über Betriebssysteme und Netzwerke, Programmierung, Informationssysteme und Datenbanken. Ergänzt wird dieses Know-how durch die Vermittlung der betriebswissenschaftlichen oder rechtlichen Grundlagen. Wer das hinter sich gebracht hat, ist fit für die Softwareentwicklung, die Dokumentation für ProgrammanwenderInnen oder für den Einsatz als NetzwerkadministratorIn – Bachelor- Titel inklusive.
Wetter und Wassertests
Informationstechnologien spielen auch bei GeoinformatikerInnen eine große Rolle. Sie arbeiten in einem Feld, das Informatik und Geowissenschaften wie Geografie, Meteorologie oder Geologie verknüpft. Geoinformatik wird vielseitig eingesetzt: LandschaftsplanerInnen brauchen sie, um Flüsse in ihre angestammten Flussbette zurückzuführen, HydrologInnen beurteilen mit ihrer Hilfe die Wassergüte von Seen, ZoologInnen verfolgen den Flug von Vögeln in den Süden. Sogar, wenn Infos über das Wetter, Kinoprogramme oder Events am Handydisplay landen, hat die Geoinformatik ihre Hände im Spiel.
Die Jobchancen stehen hier gut, zumal 80 Prozent aller Entscheidungen in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft raumbezogene Probleme wie Natur-, Umwelt- und Katastrophenschutz, Landschafts- und Verkehrsplanung betreffen. Allein in den ersten 17 Tagen des Oktobers 2007 sind beim Zentrum für Geoinformatik der Naturwissenschaftlichen Fakultät 18 Stellenangebote eingegangen, mit Einsatzorten zwischen Braunschweig, Zürich und Wien.
Institut für Kommunikationstechnologie und Gesellschaft
www.sbg.ac.at
www.zgis.at
www.cosy.sbg.ac.at
www.came.sbg.ac.at

