MÄDCHEN SCHNEIDEN BESSER AB
Interview mit dem Ausbilder der BOSCH AG
Franz Lang ist Leiter der technisch-gewerblichen Ausbildung bei der Bosch AG in Hallein. Nach einer Ausbildung als Werkzeugmacher, der gewerblichen Meisterprüfung und der Ausbilderprüfung leitet er seit 1985 die Ausbildungsabteilung.Trampolin interviewte ihn über die zunehmende Beschäftigung von Mädchen, die technische Berufe erlernen wollen.
Wie viele Mädchen bewerben sich denn im Schnitt um Lehrstellen bei Bosch im Bereich Technik?
Pro Ausschreibung sind es zirka 10 Prozent. Das ist nicht so viel, da nicht sehr bekannt ist, dass Mädchen in technischen Berufen große Zukunftschancen haben. Aber letztlich ist das absolut nicht wenig, da 25 Prozent der aufgenommenen Lehrlinge Mädchen sind.
Das heißt, die Mädchen schneiden stärker ab?
Das ist richtig. Die Mädchen zeigen beim Aufnahmeverfahren spezifische Stärken. Sie sind sehr kreativ und gehen an Problemlösungen anders heran. Burschen gehen eher nüchtern an ein Problem, Frauen kreativer. Hinzukommen die oftmals besseren Mathematikkenntnisse und oft auch das fühlbar stärkere Engagement und Interesse.
Wie sieht das Auswahlverfahren für die Lehrstellenbesetzung aus?
Das ist nichts Aufregendes. Es gibt ein Vorstellungsgespräch, das ich mit vier unserer Ausbilder zusammen mache. Teil des Termins ist auch ein Eignungstest. Ansonsten ist der Eindruck, den wir uns von den Stärken und Interessen der Jugendlichen machen, das Wichtigste. Bei der letzten Ausschreibung waren es 150 BewerberInnen und wir haben 19 genommen.
Sind die Frauen in technischen Berufen im Allgemeinen im Vormarsch?
Eigentlich noch nicht. Die Tests sind aussagekräftig und wir nehmen natürlich die Leute mit den besseren Ergebnissen. Das sind heute schon im proportionalen Schnitt mehr Mädchen. Aber in 20 Jahren werden mehr Frauen in Führungspositionen sein, das ist sicher. Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen dabei auch zum Tragen, es werden sich 20 Prozent weniger junge Leute um die freien Stellen bewerben.
Welcher Weg führt von einer Ausbildung zu einer Führungsposition?
Der Weg ist durchgängig. Zuerst absolviert man das vierjährige Ausbildungsprogramm, danach steht jede Weiterbildungsmöglichkeit offen, wie zum Beispiel die Meisterprüfung, die Abend-HTL und anderes.Wir unterstützen das natürlich auch finanziell.
Die Robert Bosch AG agiert international. Gibt es hier auch internationale Karrierechancen und weltweiten Austausch?
Selbstverständlich. Bosch hat weltweit 260.000 MitarbeiterInnen. Der Weg zu den anderen Standorten steht offen – nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Schon im dritten Lehrjahr gibt es einen Lehrlingsaustausch für vier Wochen. Da kann es nach England oder Amerika gehen und sogar nach China. Ein Weltkonzern wie Bosch lebt vor allem vom internationalen Austausch, insbesondere im technischen Bereich.
Robert Bosch AG Hallein
Entwicklung und Herstellung von Präzisions-Einspritzpumpen für große Dieselmotoren
Beschäftigt 57 Lehrlinge,
davon 25 Prozent Mädchen
Technische Lehrberufe bei Bosch Österreich:
ZerspanungstechnikerIn
WerkstoffprüferIn
MechatronikerIn
MaschinenbautechnikerIn
WerkzeugmacherIn
www.bosch.at

